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Das Für und Wider der Reifenwahl.


Etwas, dass einem ständig und immer wieder in der Land Rover Szene begegnet, ist das Thema der Reifenwahl. Vermutlich hat da ein jeder so seine Vorstellung. Deswegen kann man ja mal versuchen, hier aus "neutraler" Position darüber zu schreiben. 


Was ein Instruktor über Reifen weiß und was die Praxis wirklich zeigt. 

Sprich mal mit einem erfahrenen Instruktor über das Fahren im Gelände. Das Thema „Reifen“ kommt garantiert! 

Für viele ist das die entscheidende Komponente. Sie reden über Profile, Gummimischungen und den Reifendruck, als ginge es um Zauberei. 

Und ja, Reifen sind wichtig. Aber nach ein paar Jahren Erfahrung im Gelände sehe ich das Thema etwas differenzierter. Reifen sind wichtig. Aber sie sind nicht alles! 


Ein guter Instruktor weiß: 


Reifen sind die einzige Verbindung zwischen Fahrzeug und Untergrund. Ohne Grip geht gar nichts. Er wird dir also erklären, dass es die zwei großen Gruppen gibt:

 

  • A/T – All Terrain: der Allrounder, kann beides halbwegs gut. Gelände und Straße. 
  • M/T – Mud Terrain: grobes Profil, kräftige Flanken, ideal für Schlamm. Aber laut und schwer. 


Das ist alles richtig. Aber eben nur die halbe Wahrheit. Denn selbst der beste Reifen kann keine Wunder vollbringen, wenn der Fahrer oder das Fahrzeug nicht mitspielen. 


Fahrwerk, Sperren und Fahrer: Das eigentliche Trio 


Meiner Erfahrung nach wird der Reifen oft überschätzt. Viel entscheidender ist, wie gut der Fahrer sein Material und die äußeren Gegebenheiten kennt (Untergrund lesen) und was technisch überhaupt möglich ist. Wenn ein Rad in der Luft hängt, weil das Fahrwerk keine ausreichende Verschränkung hat, bringt der Reifen rein gar nichts. Ohne Bodenkontakt kann kein Profil der Welt Traktion erzeugen. 


Und wenn das Fahrzeug keine Sperrdifferentiale hat, verteilt sich die Kraft eben dahin, wo es am leichtesten dreht, meistens dorthin, wo man sie gerade nicht braucht. Wer dagegen seine Sperren richtig einsetzt, den Reifendruck sinnvoll anpasst und die Linie überlegt wählt, kommt oft mit durchschnittlichen Reifen weiter als jemand, der auf High-End-Material setzt, aber das Zusammenspiel nicht versteht. 


Der Reifendruck. 


Was allerdings stimmt: Der Reifendruck ist der entscheidende Hebel. Zu viel Druck, und du hüpfst über den Untergrund. Zu wenig, und du riskierst, dass der Reifen von der Felge springt. Ein erfahrener Fahrer spürt, wann der Reifen arbeitet und wann er nur kämpft. Genau das unterscheidet Theorie von Praxis. 


Breite Reifen? Ein weit verbreiteter Irrtum.


Ein Punkt, den ich immer wieder höre, ist der Glaube, breite Reifen hätten automatisch eine größere Auflagefläche. Klingt logisch.. ist aber falsch. Beim Luftablassen verändert sich die Aufstandsfläche nämlich nicht in die Breite, sondern in die Länge. Ein schmaler Reifen „walgt“ in der Länge und trägt dadurch besser auf weichem Untergrund, während ein breiter Reifen beim Ablassen eher spitz wird. Statt mehr Auflagefläche zu erzeugen, gräbt er sich ein.


Darum fahren viele klassische Offroader und Expeditionsfahrzeuge bewusst schmale Formate wie 7.50R16 oder 235/85R16. Die schneiden sich durch Matsch und Sand, anstatt sich darin breitzumachen. 

Und genau das bringt sie oft weiter als moderne Breitreifen mit viel Show, aber wenig Substanz.(Ich selber fahre übrigens 285er-Reifen) :D 


Theorie trifft Realität:


Ich will damit nicht sagen, dass Reifen egal sind. Das wäre Unsinn! Aber es ist eine Fehlannahme, sie als alleinigen Schlüssel zum Geländeerfolg zu sehen. 


Viel wichtiger ist, das Fahrzeug als Ganzes zu verstehen:

 

  • Wie reagiert es, wenn ein Rad entlastet wird? 
  • Wie greifen die Sperren ein? 
  • Wie verändert sich das Fahrverhalten mit weniger Druck? 


Wer das verinnerlicht hat, fährt mit jedem halbwegs passenden Reifen souverän durchs Gelände. 


Mein Fazit 


Reifen sind kein Wundermittel, sondern ein Werkzeug. Ein gutes, wenn man es richtig einsetzt. Trotzdem nur eines von vielen. Am Ende entscheidet nicht das Profil über den Fortschritt, sondern Köpfchen, Gefühl und ein bisschen Erfahrung. 

Oder anders gesagt: Ein guter Fahrer kommt fast überall durch. Ein schlechter bleibt auch mit den besten Reifen stecken.