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Die Zeit danach. Was läuft bei JLR?



Manchmal liest man Nachrichten und denkt sich nur, wow: was ein Ding! 


Genau so eine Nummer hat Jaguar Land Rover in den vergangenen Monaten erlebt. Ein Cyberangriff hat die komplette Produktion lahmgelegt und das nicht nur für ein paar Tage. Mehr als einen Monat lang standen die Bänder still. Das hatte sogar spürbare Folgen für die britische Wirtschaft, denn wenn so ein großer Hersteller pausiert, merkt man das überall. Inzwischen läuft die Fertigung wieder normal, so zumindest die offizielle Aussage. Die Verantwortlichen betonen, dass der schlimmste Teil überstanden ist. 


Doch ganz entspannt zurücklehnen will sich bei JLR allerdings noch niemand. Der Finanzchef Richard Molyneux hat angedeutet, dass es weiter wackelig werden könnte. Der Grund liegt angeblich bei einem Zulieferer für Halbleiter. Dort gibt es einen Streit, der am Ende dafür sorgen könnte, dass wichtige Bauteile nicht rechtzeitig ankommen. 


Der Chiphersteller betont wiederum, dass alles wie geplant nach China geschickt wurde und die dortige Produktion für eine Weile abgesichert sein sollte. Klingt beruhigend, aber solche Aussagen kennt man. In der Realität zeigt sich oft erst später, was wirklich fehlt und wo die Lücken entstehen. 


Für JLR war das dritte Quartal jedenfalls alles andere als rosig. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch kräftig Gewinn eingefahren. Dieses Mal steht ein deutlicher Verlust in den Büchern. Der Attacke werden hohe Kosten zugeschrieben, dazu kommt ein internes Programm, bei dem bis zu fünfhundert Stellen gestrichen werden sollen. Auch das drückt auf die Bilanz und auf die Stimmung. Die Prognosen für das komplette Geschäftsjahr wurden deutlich nach unten geschraubt. Von einem soliden Puffer ist nicht mehr viel übrig. 


Und weil das Geld schneller raus als reinkommt, musste JLR bereits einen Teil einer Notfallkreditlinie nutzen. Ein weiterer großer Kredit mit staatlicher Garantie liegt bisher unangetastet da, aber allein die Tatsache, dass man so etwas braucht, zeigt, wie angespannt die Lage ist. 


Der Cyberangriff hat übrigens nicht nur JLR selbst getroffen. Mehr als fünftausend britische Organisationen sollen betroffen gewesen sein. Für das Land insgesamt bedeutet das einen Schaden in Milliardenhöhe. So etwas liest man nicht oft. Es gilt inzwischen als eines der teuersten Cyberereignisse, die Großbritannien je gesehen hat. Die Ermittlungen laufen noch und wie so oft sagt niemand ein Wort dazu, was genau passiert ist. 


Für JLR kommt das Ganze auch noch zu einem Zeitpunkt, an dem ohnehin viele Baustellen offen sind. Die Einführung neuer Elektrofahrzeuge zieht sich länger als geplant. Handelsstreitigkeiten mit den USA machen ebenfalls Ärger. Immerhin gibt es auch einen Lichtblick. Der Hersteller will im kommenden Jahr eine elektrische Version des Range Rover zeigen. Jaguar soll komplett neu als reine Elektromarke starten. Unterm Strich bleibt ein ziemlich turbulentes Kapitel in der Geschichte des Unternehmens. 


Man wünscht ihnen fast, dass jetzt erst mal wieder ein wenig Ruhe einkehrt.